Bauder Flachdach

FAQ

Hier finde Sie die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Flachdach. Weitere Fragen beantworten Ihnen gerne unsere Anwendungstechnik und unsere Fachberater.

Fragen zum Material und Baustoff

  • Worin besteht der Unterschied zwischen einer Bitumenbahn und einer Elastomerbitumenbahn?
    • Im Gegensatz zu Bitumenbahnen wurde die Bitumendeckmasse einer Elastomerbitumenbahn mit Polymeren (SBS) versetzt. Die Bahn weist dadurch ein hervorragendes Langzeitverhalten sowie eine hervorragende Altersbeständigkeit auf und zeichnet sich durch eine erhöhte Wärmestandfestigkeit sowie ein verbessertes Kaltbiegeverhalten aus.
  • Was sind Polymerbitumenbahnen?
    • Polymerbitumen ist der Oberbegriff für Elastomer (SBS)- oder Plastomerbitumen (APP).
  • Worin besteht der Unterschied zwischen SBS und APP?
    • SBS gehört zu den Elastomeren, APP zu den Plastomeren. Beides sind Polymere, die zur Modifizierung von Destillationsbitumen verwendet werden. Dadurch wird aus Destillationsbitumen Polymerbitumen, das für die Produktion von Polymerbitumenbahnen verwendet wird. Elastomerbitumenbahnen zeichnen sich neben vielen anderen besonderen Eigenschaften insbesondere durch eine sehr gute Kälteflexibilität, durch ein ausgeprägtes elastisches Verhalten sowie durch eine ausgezeichnete Verschweißbarkeit. Plastomerbitumebahnen weisen eine sehr gute Wärmestandfestigkeit und zeichnen sich durch ihr plastisches Verhalten aus, das den Bahnen eine hohe Flächenstabilität verleiht.
  • Sind Plastomerbitumenbahnen (APP) und Elastomerbitumenbahnen (SBS) miteinander verträglich?
    • Ja, Plastomerbitumen- und Elastomerbitumenbahnen sind chemisch miteinander verträglich.
  • Gibt es eine Mindesttemperatur für die Verarbeitung von Bitumenbahnen?
    • Nein, aber bei Temperaturen unter +5°C müssen besondere Maßnahmen ergriffen werden. Je kälter es ist, desto aufwändiger sind diese Maßnahmen. Darum empfehlen w ir, eine MIndest-Verarbeitungstemperatur ab +5°C einzuhalten.
  • Welche Trägerinlage ist besser: Polyestervlies oder Glasgewebe?
    • Beide Trägereinlagen finden sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Bitumenbahnen. Sie bestimmen die mechanischen Eigenschaften der Bahnen. Glasgewebe zeichnet sich z.B. durch eine hohe Dimensionsstabilität und Maßhaltigkeit aus, während Polyestervlies eine hohe Dehnfähigkeit aufweist. Ob eine Bitumenbahn mit einer Trägereinlage aus Glasgewebe oder aus Polyestervlies zum Einsatz kommt, ist abhängig davon, welche Eigenschaften gefordert sind.
  • Kann es im Laufe der Zeit zu Verfärbungen in der Beschieferung kommen?
    • Bitumendeckschichten können durch das Wechselspiel von Wärme und Lagerung die Bestreuung verfärben. Erfahrungsgemäß bauen Witterungseinflüsse wie z.B. UV-Strahlung, Nass-Trocken-Zyklen, Niederschläge und Frost-Tau-Wechsel die Verfärbungen innerhalb eines Jahres ab und gleichen die Farbe der Bestreuung an. Die technischen Eigenschaften der Bahnen werden durch diese Vorgänge nicht berührt. Dies gilt auch, wenn sich der Farbton der Bestreuung im Laufe der Nutzungsdauer insgesamt verändert.
  • Können Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen mit Polymerbitumen-Schweißbahnen kombiniert werden?
    • Ja. Wenn diese Bahnenkombination eingesetzt wird, erfolgt im Regelfall die Verlegung der ersten Lage bestehend aus einer Elastomerbitumen-Dachdichtungsbahn im Gießverfahren vollflächig in Heißbitumen. Als Oberlage wird eine Polymerbitumen-Schweißbahn im Lagenversatz parallel zur ersten Abdichtungsbahn vollflächig aufgeschweißt.
  • Wie kann man Teer in Altdächern nachweisen?
    • Besteht der Verdacht, dass bei einem zum Abriss anstehenden Altdach teerhaltige Produkte verarbeitet wurden, sollte in einem entsprechenden Analyselabor eine PAK-Analyse durchgeführt werden. Ergibt die Anlayse, dass kein Teer im Altmaterial enthalten ist, so wird vermieden, dass das Altmaterial als teerhaltiger Abfall entsorgt werden muss.
  • Wie lautet der Giscode von Bitumenbahnen?
    • Es gibt keinen Giscode für Bitumenbahnen, denn Bitumenbahnen sind kein Gefahrstoff. Die Bezeichnung Giscode steht für Gefahrstoff-Informations-System-Code und wurde von den Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft (BG Bau) entwickelt.
  • Wie können Abfälle aus Polymerbitumen- und Bitumenbahnen entsorgt werden?
    • Seit 2005 dürfen mit in Kraft treten der TA-Siedlungsabfall Abfälle mit hohem Energieinhalt nicht mehr auf Deponien abgelagert, sondern müssen einer entsprechenden Verwertung zugefügt werden. Als Verwertungsmöglichkeiten bietet sich die Rückführung der Stoffe in den Produktionskreislauf (Recycling) oder aber die thermische Verwertung an. Bei einer Verklebung der Abdichtungsbahnen mit dem Untergrund ist eine rein stoffliche Trennung von Bitumenbahnen, z.B. von Dämmstoff beim Abbruch eines Daches, häufig nur sehr unvollständig möglich. Dies erschwert das Recycling. Die thermische Verwertung ist somit oft die wichtigste Entsorgungsmöglichkeit für Bitumenaltdächer.
  • Seit wann wird bei der Produktion von Bitumenbahnen kein Teer mehr eingesetzt?
    • Schon in den 1960er Jahren war Teer fast vollständig durch Bitumen ersetzt worden, in den 1970er Jahren war der Anteil an Teer- bzw. Teersonderbahnen am gesamten Dachbahnenmarkt verschwindend gering. Seit 1979 ist das für die Herstellung von Bitumen- und Polymerbitumenbahnen verwendete Bitumen völlig frei von Teer- und Teerprodukten.

Fragen zur Verarbeitung und Sanierung

  • Ist in der Oberlage ein Eckenschnitt erforderlich?
    • Ein Eckenschnitt in der Oberlage erhöht die Funktionssicherheit der Abdichtungsbahn im Überdeckungsbereich und ist deshalb empfehlenswert. Verbindlich vorgeschrieben ist er nur bei den kaltselbstklebenden Bahnen als erste Lage bzw. als Oberlage und bei einlagigen Abdichtungen aus Bitumen.
  • Ist immer ein Eckkeil erforderlich?
    • Die Verwendung eines Eckkeils wird empfohlen, da er die handwerkliche Ausführung (Fügetechnik) der Abdichtungsarbeiten im Übergang von z.B. Wandanschlüssen etc. unterstützt.
  • Können Bitumenbahnen nur zweilagig verlegt werden?
    • Bitumenbahnen können einlagig oder mehrlagig verlegt werden. Für die einlagige Verlegung wird ein besonderer Bahnentyp (DE) verwendet, der für diesen Anwendungszweck geeignet ist.
  • Muss man ein Altdach mit Teerbahnen in jedem Fall abreißen?
    • Nicht in jedem Fall. Ggf. genügt der Einsatz von geeigneten Trennlagen. Dies ist im Einzelfall zu prüfen und zu bewerten. Wir empfehlen aber den Rückbau und die sachgerechte Entsorgung der alten Teerabdichtung.
  • Welche Voranstriche sind besser geeignet – lösemittelhaltige oder lösemittelfreie?
    • Beide Voranstrichtypen sind in ihrerer Funktion gleichwertig. Lösemittelfreie Bitumen-Voranstriche haben für den Anwender ein geringes Gefährdungspotential und werden deshalb vorwiegend in Innenräumen oder Baugruben, eingesetzt. Lösemittelhaltige Voranstriche sind temperaturunempfindlicher und trocknen schneller. Sie eignen sich für Anwendungen auf Dächern, nicht in Innenräumen oder Baugruben.
  • Wann kann man einlagig sanieren?
    • Eine noch funktionsfähige Dachabdichtung kann zur Verlängerung ihrer Funktionsdauer durch z. B. Aufbringen einer weiteren Lage, einer beschieferten Polymerbitumenbahn, überarbeitet werden.  Um eine Blasenbildung durch Restfeuchte zu vermeiden, empfehlen wir eine teilflächige Verklebung mit der Instandhaltungslage BauderTHERM SL 500.
  • Wann muss man mit, wann kann man ohne Aufbringen einer Wärmedämmung sanieren?
    • Die Sanierung einer Dachfläche mit zusätzlicher oder neuer Wärmedämmung ist immer dann geboten, wenn der vorhandene Wärmeschutz nicht ausreichend bemessen und/oder der vorhandene Dachaufbau, einschließlich Wärmedämmung, nicht mehr funktionssicher ist.

      Eine noch funktionsfähige Dachabdichtung kann zur Verlängerung ihrer Funktionsdauer durch z. B. Aufbringen einer weiteren Lage, einer beschieferten Polymerbitumenbahn, überarbeitet werden.

Fragen zur Bemessung

  • Welche Anschlusshöhe ist bei einem barrierefreien Türanschluss einzuplanen?
    • Ein barrierefreier Türanschluss ist eine Sonderlösung und muss objektspezifisch geplant, vereinbart und und ausgeführt werden. Hierzu können z.B. spezielle Bauteile für den Anschluss der Abdichtungsbahnen, Entwässerungselemente unmittelbar im Türbereich eingesetzt werden wie z.B. Los- Festflansche. Darüber hinaus sind ggf. weitere Maßnahmen erforderlich, z.B. Überdachungen oder zurückgesetzte Anschlüsse.
  • Wann ist eine Linienrandbefestigung (Randfixierung) im Anschluss erforderlich?
    • Bei Unterkonstruktionen aus Stahltrapezblech oder einlagigen Abdichtungen ist eine Linienrandbefestigung erforderlich. Wird eine Ausschreibung nach Flachdachrichtlinie erstellt, ist eine Linienrandbefestigung auch bei nagelbaren Untergründen und bei Wärmedämmstoffen aus EPS Hartschaum auf massiven Untergründen erforderlich.
  • Wo ist die Linienrandbefestigung anzuordnen?
    • Die Linienrandbefestigung erfolgt umnittelbar in oder über das Dachabdichtungsebene im Übergang der Dachfläche zum Dachrand oder einer senkrechten oder geneigten Fläche.
  • Ist die Windlast für die Linienrandbefestigung zu berücksichtigen?
    • Die Linienrandbefestigung ist unabhängig von z. B. der Gebäudehöhe oder des Standortes und damit auch unabhängig von der Windlast auszuführen. Sie dient dazu, horizontal auftretende Kräfte aufzunehmen, um eine Lagesicherheit horizontal zur Abdichtungsebene zu gewährleisten.
  • Muss eine Lichtkuppel bis zum oberen Rand abgedichtet werden?
    • Grundsätzlich muss die Bitumenabdichtung an dem Lichtkuppelkranz mindestens 150 mm hochgeführt und am oberen Ende gegen Abrutschen gesichert werden. Alternativ kann, je nach Bauart der Lichtkuppel, die Bitumenabdichtung bei geeignetem Lichtkuppelkranz auf den unteren Klebeflansch aufgeklebt werden. Der Klebeflansch soll dabei mindestens 50 mm aus der wasserführenden Ebene herausgehoben sein. In diesem Fall ist das Hochführen der Abdichtung nicht erforderlich. Dies gilt jedoch nur für entsprechend geeignete Lichtkuppelkränze.

Fragen zur Wartung und Instandhaltung

  • Müssen Bitumenbahnen gestrichen werden?
    • Grundsätzlich müssen Bitumenoberlagsbahnen nicht behandelt werden. Die werksseitige Bestreuung der Oberfläche dient als UV-Schutz. Alte und verwitterte Bitumenbahnen, die überarbeitet werden sollen, sind dagegen mit einem Bitumenvoranstrich zu versehen, bevor sie z. B. mit einer Instandhaltungslage überschweißt werden.
  • Müssen Metallrinnen gestrichen werden?
    • Wird ablaufendes Regenwasser über eine Bitumenabdichtung in eine Regenrinne aus Metall geleitet, sind die Metallteile mit einem Schutzanstrich als Korrosionsschutz zu versehen. Dies gilt nicht für Edelstahl.
  • Sind Wasserpfützen auf einem Flachdach zulässig?
    • In geringem Umfang sind sie unproblematisch. Ab einem Gefälle von 2 % ist damit zu rechnen, dass keine großen Pfützen entstehen, ab 5 % Gefälle ist nicht mehr mit Pfützenbildung zu rechnen.
  • Was macht man bei Pfützen auf dem Flachdach?
    • Pfützen in geringem Umfang können auf Flachdächern verbleiben. Abdichtungen mit Polymerbitumenbahnen bieten einen ausreichenden Schutz. Bei großflächigen und tiefen Pfützen ist die Abdichtung dieser Bereiche im Rahmen der Wartung regelmäßig zu kontrollieren. Bei der Sanierung oder Erneuerung eines gefällelosen Daches ist die Anordnung eines Gefälles z.B. durch eine Gefälledämmung zu empfehlen.
  • Darf das aufgefangene Regenwasser von einem mit Bitumenbahnen abgedichteten Dach für die Bewässerung des Gartens verwendet werden?
    • Von Abdichtungen aus Polymerbitumenbahnen geht keine Wassergefährdung aus, das aufgefangene Regenwasser kann zur Bewässerung von Gartenpflanzen verwendet werden.

Fragen zur Bauwerksabdichtung

  • Darf eine Bitumenschweißbahn als Mauersperrbahn eingesetzt werden?
    • Als Abdichtung in und unter Mauern dürfen keine Schweißbahnen eingesetzt werden, weil sich Wände bei horizontal auftretenden Kräften (Erddruck) verschieben können. Es sind Mauersperrbahnen oder z.B. Bauder G 200 DD zu verwenden.

Ihre Flachdach-Spezialisten

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Holger Krüger
Leiter Anwendungstechnik
holger.krueger[at]bauder.de

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