Flachdach- Systeme

Industriebaurichtline und DIN 18234

Der Brandschutz für Flachdächer ist in der Summe der Dinge so komplex, dass die Brandschutzplanung oft von Spezialisten übernommen werden sollte oder sogar muss. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Verarbeitern, Bauherren, Architekt und Feuerwehr, um die Einzelheiten des Brandschutzes optimal auf das Gebäude und dessen Nutzung abzustimmen.

Da heute im Industriebau Dächer meist als Leichtdächer aus Trapezblechschalen hergestellt werden, muss in der Regel für diese Bauart die DIN 18234 eingehalten werden. In dieser Norm wird der „bauliche Brandschutz großflächiger Dächer“ bei Brandbeanspruchung von unten behandelt und geregelt.

Die DIN 18234 unterteilt sich in vier Teile. In den Teilen eins und drei werden die Prüfverfahren für eine Brandprüfung zur Erfüllung der Norm beschrieben. In Teil zwei befindet sich eine Auflistung der zulässigen Dachaufbauten und in Teil vier befinden sich die Lösungen für Dachdurchdringungen und Anschlüsse. 

  • Dampfsperre

    Die DIN 18234 regelt auch die Anforderungen an die Entflammbarkeit und den Heizwert von Dampfsperren bei Dachschalen aus Stahltrapezprofilen. Brennbare Dampfsperren müssen mindestens normalentflammbar (Baustoffklasse B2 nach DIN 4102-1) sein. Ihr Heizwert darf 10.500 kJ/m² nicht übersteigen.

    Die Einhaltung des Heizwertes kann über eine Prüfung oder Berechnung nachgewiesen werden. Hier haben sich kaltselbstklebende Bitumendampfsperren etabliert, die einen hohen sd-Wert besitzen, luftdicht eingebaut werden können und während der Verarbeitung begehbar sind. Ein weiterer Vorteil dieser Dampfsperren sind die Lagesicherheit bei Wind. 

    Alle diese Anforderungen erfüllt die Dampfsperre BauderTEC DBR perfekt.

  • Dämmstoff

    Bei den Dämmstoffen kann Polyurethan Hartschaum BauderPIR in der Fläche gleichberechtigt neben nicht brennbarer Mineralfaser Dämmung ohne weiteren Nachweis eingebaut werden. EPS ist nur im Ausnahmefall als Wärmedämmung im Industriedach einsetzbar, z. B. wenn das Dach mit einer 5 cm dicken Kiesschicht belegt wird.

  • Durchdringungen

    Im Teil vier der DIN 18234 sind Durchdringungen der Dachaufbauten unterteilt in kleine Durchdringungen, wie Gullys oder Lüfter, mittlere Durchdringungen wie z.B. Lichtkuppeln, und große Durchdringungen wie z.B. Lichtbänder. In diesen Bereichen sind durch konstruktive Maßnahmen eine Brandweiterleitung zu behindern. 

    Wird beispielsweise ein geeigneter Lichtkuppel-Aufsetzkranz aus Stahl (gedämmt mit BauderPIR) unmittelbar auf die tragende Trapezblechschale aufgestellt, kann die Flächenwärmedämmung BauderPIR bis an diesen Aufsetzkranz heran geführt werden. Dies gilt für mittlere und große Durchdringungen gleichermaßen.

  • Sickenfüller

    Bei Trapezblechschalen sind bei kleinen und großen Durchdringungen die angeschnittenen Tiefsicken mit Sickenfüllern zu schließen, um wirksam den Brandeintritt in die Tiefsicken des Trapezbleches zu verhindern. 

  • Abdichtung

    Nach Teil zwei der DIN 18234 sind Flachdachaufbauten ohne weiteren Nachweis zulässig, die mit Kunststoff- oder Bitumenabdichtungen hergestellt werden. Die Abdichtungen sind in der Regel mechanisch am Trapezblech zu fixieren. 

  • Kiesstreifen

    In einigen Fällen muss nach der DIN 18234 ein Kiesstreifen auf die Dachabdichtung um die Durchdringung herum in 50 cm Breite verlegt werden. Damit soll das Entzünden der Dachhaut von oben wirksam verhindert werden. Um diesen Kiesstreifen zu vermeiden kann alternativ ein Dachaufbau um die Lichtkuppel herum (Streifen >50 cm) eingebaut werden, der die Prüfung BROOF (t3) nach DIN EN 13501-5 bestanden hat. Bauder hat einige Flachdach-Aufbauten auch nach BROOF (t3) prüfen lassen.

Auszug aus der Richtlinie für den baulichen Brandschutz im Industriebau (Industriebaurichtlinie)

5.11.1 Bedachungen (Aufbau z. B. bestehend aus: Dachhaut, Wärmedämmung, Dampfsperre, Träger der Dachhaut u. ä.) von Brandabschnitten oder Brandbe-kämpfungsabschnitten mit einer Dachfläche von mehr als 2.500 m² sind so auszubilden, dass eine Brandausbreitung innerhalb eines Brandabschnitts oder eines Brandbekämpfungsabschnitts über das Dach behindert wird. Dies gilt zum Beispiel als erfüllt bei Dächern:

- nach DIN 18234
- mit tragender Dachschale aus mineralischen Baustoffen
  (wie Beton und Porenbeton) oder
- mit Bedachungen aus nichtbrennbaren Baustoffen.

5.11.2 Die Anforderungen des Abschnitts 5.11.1 gelten nicht für erdgeschossige Lagerhallen mit einer Dachfläche bis zu 3.000 m², wenn im Lager ausschließlich nichtbrennbare Stoffe oder Waren (z. B. Sand, Salz, Klinker, Stahl) unverpackt oder so gelagert sind, dass die Verpackung und/oder die Lager-/Transporthilfsmittel (z. B. Paletten) nicht zur Brandausbreitung beitragen.

5.11.3
Im Bereich von Dachdurchdringungen ist durch konstruktive Maßnahmen eine Brandweiterleitung zu behindern.

5.11.4 Die Anforderung an den Nachweis der harten Bedachung gilt nicht für erforderliche Rauch- und Wärmeabzugsfläche.