Flachdach- Systeme

Harte Bedachung

„Widerstandfähigkeit gegen Flugfeuer und strahlende Wärme“ fordert die Musterbauordnung (MBO) in § 32 für Bedachungen. Diese so genannte „harte Bedachung“ kann entweder nach DIN 4102-7 oder nach TS 1187 (technische Spezifikation) in Verbindung mit der DIN EN 13501-5 nachgewiesen werden:

DIN 4102 - 7

Der Nachweis nach DIN 4102 Teil 7 erfolgt mit einer entsprechenden Brandprüfung. Die Norm beschreibt das Prüfverfahren und wie die Ergebnisse der Prüfung zu bewerten sind.

Für den Brandtest wird ein kompletter Flachdachaufbau mit allen Schichten hergestellt und bei einer anerkannten Prüfstelle mit Feuer von oben belastet. Hierfür wird ein mit Holzwolle gefüllter Brandkorb an drei unterschiedlichen Positionen auf der Dachabdichtung positioniert und entzündet. Die Prüfung wird bei 15° Dachneigung durchgeführt und gilt dann für alle Dachneigungen von 0° bis 20°.

Sollen steilere Dachneigungen nachgewiesen werden, ist die bestandene Prüfung zusätzlich bei 45° Dachneigung durchzuführen und zu bestehen. Bei bestandener Prüfung stellt die zuständige Prüfanstalt ein Prüfzeugnis aus. Das allgemein bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP) dient in Deutschland als Nachweis der "harten Bedachung".

TS 1187 in Verbindung mit DIN EN 13501-5

Im Zuge der Harmonisierung der Normen in Europa wurde die Brandprüfung der „harten Bedachung“ in der Norm TS 1187 neu beschrieben. Die Ergebnisse der Brandprüfung werden aber nach der DIN EN 13501, Teil 5 bewertet.

In diesen Normen sind derzeit 4 verschiedene Prüfverfahren und Klassifizierungen genannt.

  • Das Verfahren 1 hat seinen Ursprung in Deutschland und vergibt bei bestandener Prüfung die Klassifizierung BROOF(t1) nach DIN EN 13501-5.

Die Brandprüfung und die Bewertung der Ergebnisse nach BROOF(t1) sind fast identisch mit den Anforderungen der DIN 4102-7. Darum kann als Nachweisverfahren für die „harte Bedachung“ derzeit noch die DIN 4102-7 oder die TS 1187 in Verbindung mit der DIN EN 13501-5 angewendet werden. Das Ziel für die Zukunft ist aber, nur noch ein Prüfverfahren zu verwenden, weswegen heute i. d. R. schon nach dem Europäischen Verfahren geprüft wird.

Bei bestandener Brandprüfung stellt die zuständige Prüfanstalt einen Klassifizierungsbericht aus, der in vielen Ländern der EU anerkannt wird. Zusätzlich kann speziell für Deutschland weiterhin ein allgemein bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) ausgestellt werden. Ein allgemein bauaufsichtliches Prüfzeugnis bietet die Möglichkeit, zum Beispiel aus einzelnen Prüfungen Gruppen zu bilden oder Vereinfachungsregeln anzuwenden. Das erleichtert den Umgang mit der Vielzahl an unterschiedlichen Prüfaufbauten.

Eine große Anzahl an Bauder Flachdach-Systemaufbauten hat die Prüfung der „harten Bedachung“ bestanden. Somit sind verschiedenste Kombinationen von Kunststoff- oder Bitumenabdichtungen und unterschiedlichen Dämmstoffen und Dampfsperren zulässig.