Extensive Dachbegrünung

Ziel einer Extensivbegrünung ist eine naturnah angelegte Vegetion mit geringen Flächenlasten und minimalem Pflegebedarf. Als bestandsbildende Pflanzen finden häufig Sedumarten Verwendung. Mit trockenresistenten Kräutern ergänzt, können auch Sedum-Kraut Pflanzengesellschaften angelegt werden.


Als Regelaufbau für Extensivbegrünungen haben sich mehrschichtige Bauweisen mit Funktionstrennung der Vegetationstrag-, Filter- und Dränschicht durchgesetzt. Die Aufgaben der Vegetationstragschicht übernimmt ein mineralisch zusammengesetztes Substrat mit geringen organischen Anteilen. Das Substrat muss Wasser und Nährstoffe speichern können und den Pflanzen genügend Wurzelraum zur Verfügung stellen.

Wasser, das nicht von den Pflanzen aufgenommen werden kann, sogenanntes Überschusswasser, sollte sicher abgeleitet werden. Dazu wird eine Dränschicht eingebaut, die auch aus einer Kombination aus Wasserspeicher- und Dränschicht bestehen kann. Zwischen Substrat und Dränschicht sorgt ein Filtervlies für den Rückhalt von Feinteilen aus dem Substrat und sichert so die dauerhafte Funktion der Dränage.


Die Flächengewichte der Aufbauten werden wesentlich durch das Substrat bestimmt. Je cm Schichtdicke beträgt das Gewicht der marktüblichen Mineralsubstrate ca. 10 bis 13 kg/m² in wassergesättigtem Zustand. Für eine Sedumbegrünung sind mindestens 6 cm Substrat empfehlenswert. Inklusive Vegetation, Filter- und Dränschicht werden so ca. 70 bis 100 kg/m² Flächengewicht erreicht. Sedum-Kraut Begrünungen mit mindestens 8 cm Wurzelraum beginnen bei etwa 90 bis 130 kg/m². 

Mit einem speziellen Leichtgründachsystem für Dachkonstruktionen mit geringer Tragkraft liegt das Gesamtgewicht unter 70 kg/m². Allerdings steht der Vegetation dann auch nur ein begrenzter Wurzelraum zur Verfügung. Extensivbegrünungen sind pflegearm, jedoch nicht pflegefrei. Die regelmäßige Beseitigung von unerwünschtem Fremdbewuchs und Düngung bei Bedarf sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen. 

Wässern ist zumindest bei etablierten Extensivbegrünungen nicht notwendig. Lediglich bei Neuanlagen kann in Trockenperioden eine Notbewässerung erforderlich werden. Bis sich die gewünschte Vegetation nach ein bis zwei Vegetationsperioden flächendeckend entwickelt hat ist unter Umständen etwas mehr Pflege erforderlich. Danach genügen zwei Pflegegänge im Jahr, idealerweise im zeitigen Frühjahr und im Herbst.