Pflegemaßnahmen

Extensivbegrünungen sind pflegearm, jedoch nicht pflegefrei. Wichtigste Pflegemaßnahmen sind die regelmäßige Beseitigung von unerwünschtem Fremdbewuchs, die Düngung bei Bedarf und bei neu angelegten Begrünungen die Nacharbeit von Kahlstellen in der Vegetation. Wässern ist bei etablierten Extensivbegrünungen nicht notwendig. Lediglich bei Neuanlagen kann in längeren Trockenperioden eine Notbewässerung erforderlich werden.

Zwei Pflegegänge im Jahr, vorzugsweise im zeitigen Frühjahr und im Herbst, sind in der Regel völlig ausreichend. Während der ersten ein bis zwei Vegetationsperioden ist der Pflegeaufwand z. B. für die Entfernung von unerwünschtem Fremdaufwuchs u. U. etwas höher. Dafür reduziert sich der Aufwand für die Pflege, wenn sich die gewünschte Vegetation flächendeckend entwickelt hat.

Auch nach der Anfangsetablierung der ersten zwei Jahre kann sich die Vegetation noch weiter umbilden, bzw. weiterentwickeln. Diese Vegetationsdynamik ist durchaus erwünscht und durch Pflegemaßnahmen nur begrenzt steuerbar. Entscheidend sind dieStandortbedingungen wie z. B.:

  • Dachneigung und Exposition der Dachflächen
  • Schichtdicke der Vegetationstragschicht
  • Niederschlagsmengen und -verteilung
  • Trocken- und Frostphasen
  • Umgebungsflora


Vor allem die Klimabedingungen unterliegen starken Schwankungen und haben erhebliche Auswirkungen auf die allgemeine Vegetationsentwicklung sowie den Fremdaufwuchs. In einem verregneten Sommer können sich selbst Extensivbegrünungen mit geringer Schichtdicke in wechselfeuchte, in Kombination mit Schatten und stehendem Wasser evtl. sogar dauerfeuchte Standorte verwandeln. Lange Trockenphasen haben den gegenteiligen Effekt.
Standortgerechte Fremdvegetation von Kräutern und Moosen sollte toleriert werden und entsprechende zeitweise oder dauerhafte Bestandsumbildungen sind kein Mangel. Wild auflaufende Arten können die Extensivbegrünung sogar zusätzlich bereichern.