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Sommerlicher Wärmeschutz

„Kaum Unterschiede beim sommerlichen Wärmeschutz - die Hersteller bestreiten das“. Steht diese Aussage von Prof. Hauser, Leiter des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Stuttgart* nicht im Widerspruch zu Aussagen verschiedener Dämmstoffhersteller, die behaupten, ihr Material würde sich speziell bei sommerlichen Bedingungen besonders günstig verhalten?

Dafür gibt es bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis. Die gemachten Aussagen beruhen lediglich auf theoretischen Berechnungen, die die Phasenverschiebung, das heißt die Zeitspanne zwischen dem Auftreten der höchsten Außentemperatur und der höchsten Innentemperatur aufzeigt. Erstens werden dabei wichtige Einflussgrößen nicht erfasst und zweitens wird lediglich der Dämmstoff betrachtet.

Ein Dachgeschoß besteht allerdings aus mehr als nur Dämmstoff: Fenster, Giebel und/oder Gauben und  Decken müssen unbedingt in eine Gesamtbetrachtung mit einbezogen werden. Bei allen bisher vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen, wurde speziell dem Bauteil Fenster und der damit verbundenen Lüftungsmöglichkeit die höchste Bedeutung zugemessen.

Dazu ein Zitat aus ÖkoTest Heft 11.2005: „Eine gute Nachricht: In Bezug auf den sommerlichen Wärmeschutz ist es egal, welchen Dämmstoff Sie wählen. Die maximalen Temperaturunterschiede, die wir mit Hilfe von Simulationsrechnungen ermitteln ließen, lagen im ungünstigsten Fall bei etwa einem Grad Celsius. Wie sehr sich der Innenraum aufheizt, wird vielmehr von der nächtlichen Lüftung, der Lage und der Verschattung der Fenster beeinflusst.“

Das heißt, dass gerade Fenstern, die im Vergleich zur heute gut gedämmten Dachfläche dämmtechnisch deutlich schlechter sind, besonderes Augenmerk geschenkt werden muss. Denn nur mit einer außen liegenden Verschattung kann ein erhöhter Wärmeeintrag über Wohndach- oder Giebelfenster verhindert werden.

Auch die Bewohner haben durch ihr Lüftungs- und Verschattungsverhalten großen Einfluss. Werden die Fenster tagsüber nicht geschlossen und verschattet und zusätzlich in den Nachtstunden nicht gelüftet, können tagsüber große Wärmemengen in den Wohnraum gelangen und die sich dort befindlichen massiven Bauteile wie Decken und Wände entsprechend erwärmen. Deshalb sollten Fenster tagsüber geschlossen gehalten und verschattet werden. Mit der Nachtlüftung können die mit Wärme aufgeladenen massiven Bauteile wieder abkühlen.

Neben einem guten Dämmstoff sind es Verschattung und Lüftung, die einen guten sommerlichen Wärmeschutz ausmachen. Deshalb sollte schon in der Planungsphase an Verschattungsmöglichkeiten und an massive, speicherfähige Bauteile wie Beton oder Massivmauerwerk gedacht werden. Daneben muss der zukünftige Nutzer über Sinn und Zweck der Verschattung als auch Lüftung aufgeklärt werden.

* entnommen der Zeitschrift  ÖkoTest Heft 10. 2009


Pressekontakt

Wolfgang Holfelder
Paul Bauder GmbH & Co. KG
Korntaler Landstraße 63
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wolfgang.holfelder[at]bauder.de

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